Gastvortrag am 13.07.2017: Schibboleth. Jüdische Identitätssuche in der deutschsprachigen Dichtung der Bukowina

Prof. Dr. Petro Rychlo

Der Vortrag befasst sich mit dem poetischen Werk solcher deutschjüdischen Dichter aus der Bukowina wie A. Margul-Sperber, R. Ausländer, M. Rosenkranz, I. Weißglas, A. Gong, P. Celan. Alttestamentarische und chassidische Motive, Erfahrungen von Ghetto und KZ-Lager, jüdische Mystik u. a. Themenkomplexe werden aufgrund einzelner Gedichte veranschaulicht und analysiert.

 

Petro Rychlo ist Professor für fremdsprachige Literatur an der Nationalen Jurij-Fedkowicz-Universität Czernowitz (Ukraine), literarischer Übersetzer, Herausgeber und Essayist, Mitglied des Ukrainischen PEN-Klubs. Veröffentlichungen über deutsche und österreichische Autoren des 20. Jahrhunderts, deutsch-ukrainische Literaturbeziehungen und die deutschsprachige Literatur der Bukowina. Zahlreiche Übersetzungen ins Ukrainische (Karl Emil Franzos, Jura Soyfer, Georg Drozdowski, Manes Sperber, Karl Lubomirski, Gregor von Rezzori, Rose Ausländer, Paul Celan, Alfred Gong, Selma Meerbaum-Eisinger, Reiner Kunze, Esther Kinski, Jan Wagner u. a.). Herausgeber von Anthologien Die verlorene Harfe: Eine Anthologie deutschsprachiger Lyrik aus der Bukowina (2004, 2008), Europa erlesen: Czernowitz (2004), Literaturstadt Czernowitz (2009, 2010). Autor von Monografien Poetik des Dialogs: Paul Celans Dichtung als Intertext (2005), Schibboleth. Jüdische Identitätssuche in der deutschsprachigen Dichtung der Bukowina (2008, 2012). Momentan Arbeit an einem 10-bändigen Projekt der zweisprachigen deutsch-ukrainischen Ausgabe der gesammelten Gedichte Paul Celans (erschienen sind fünf Bände: Mohn und Gedächtnis, Von Schwelle zu Schwelle, Sprachgitter, Die Niemandsrose, Atemwende). 2001-2002 Gastprofessor für Ukrainistik an der Universität Wien. Georg-Dehio-Preis-Träger von 2015.

Zeit: 13.07.2017. 18.00 Uhr

Ort: Zentrum Jüdische Studien Berlin-Brandenburg, Sophienstraße 22a, 10178 Berlin