Zionismus und Authentizität – Dissertationsschrift von Manja Herrmann erschienen

9783110546019Zionismus und Authentizität. Gegennarrative des Authentischen im frühen zionistischen Diskurs

de Gruyter, Berlin/Boston 2018

Jüdische Deutsche, die sich der zionistischen Bewegung anschlossen, taten dies in erster Linie, um das Ideal der Authentizität zu erfüllen. Die Darstellung beginnt mit der Publikation des Werkes Rom und Jerusalem von Moses Hess (1862) und reicht bis in das zweite Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts. Untersucht werden die Vorstellungen von einem „authentischen jüdischen Selbst“ und einem „authentischen Judentum“ im frühen deutschen zionistischen Diskurs. Entgegen der konventionellen Sicht, „authentisch“ Jüdisches ausschließlich in Osteuropa zu verorten, zeichnet diese Arbeit Existenz und Wirkungsweisen eines dem deutschen Zionismus eigenen Authentizitätskonstrukts nach. In der Konstruktion des Authentischen ist die Idee des „Unauthentischen“ allgegenwärtig. So geht das Buch der Frage nach, welche Funktionen Grenzziehungen zwischen Authentizität und „Unauthentizität“ hatten, und welche politischen Positionen sich dahinter verbargen. Daneben werden insbesondere die geschlechtergeschichtlichen Perspektiven eingehend beleuchtet.