Vortrag

"Holocaust Migration: Trauma und Begehren in zeitgenössischer deutsch-jüdischer Literatur"

Prof. Dr. Agnes Mueller
University of South Carolina

Der Vortrag wird sich mit der allerneuesten jüdischen Literatur in deutscher Sprache beschäftigen, und der Frage nachgehen wie sich der generationenübergreifende Aspekt des Holocausttraumas in explizit fiktionalen literarischen Formen niederschlägt. Dabei wird besonderes Augenmerk auf den Zusammenhang von Migration, Diaspora, und die Wahrnehmung des Eigenen und Fremden gelenkt. Texte von Autoren und Autorinnen der jüngsten Generation (Olga Grjasnowa, Mirna Funk, Oliver Polak, Lena Gorelik, Benjamin Stein), so meine These, finden neue Ausdrucksweisen, die die Shoah mit anderen Genozid- und Vertreibungsdiskursen in Zusammenhang bringen. Theorien von Michael Rothberg und Dan Miron zur Kontiguität der deutsch-jüdischen Erfahrung werden den Rahmen zur Diskussion dieses Diskurses von Trauma und Begehren im Kontext von Holocaust, Migration, Exil, und Diaspora bilden. Die neuen Formen in der Literatur stehen damit auch für einen neuen Umgang mit dem Themenkomplex der deutsch-jüdischen Vergangenheit als Teil eines transnationalen Diskurses zu Migration.