Vortrag

’Gedenken ist Vergessen‘ – Zur literarischen Erinnerungsarbeit bei Barbara Honigmann und Doron Rabinovici

Prof. Dr. Irmela von der Lühe
Institut für Deutsche und Niederländische Philologie

In lebens- und in werkgeschichtlicher Hinsicht könnten die Unterschiede zwischen Barbara Honigmann (geb.1949) und Doron Rabinovici (geb.1961) größer kaum sein. Und doch repräsentieren beide mit ihrem schriftstellerischen Selbstverständnis  und mit ihrem literarischen Werk die sog. jüdisch-deutschsprachige Gegenwartsliteratur, die insbesondere seit 1989 in Forschung und Öffentlichkeit auf wachsende Aufmerksamkeit stößt. Probleme literarischer Mehrsprachigkeit und poetischer Transnationalität spielen dabei eine ebenso große Rolle wie Fragen nach literarischen Strategien bei der Entfaltung identitäts- und geschichtspolitischer Entwürfe. Am Beispiel jeweils eines Textes von Barbara Honigmann und Doron Rabinovicis möchte der Vortrag Unterschiede und Ähnlichkeiten bei der poetischen Gestaltung des Erinnerungsgebots einerseits und in der literarischen Kritik an Ritualisierungen des Gedenkens andererseits sichtbar machen und kritisch erörtern. 

Der Vortrag findet im Rahmen des Forschungskolloquium “‘Diaspora Exil Migration’ Methodische und theoretische Neuansätze” von Prof. Dr. Kerstin Schoor, Axel Springer-Stiftungsprofessur für deutsch-jüdische Literatur- und Kulturgeschichte, Exil und Migration (Europa-Universität Viadrina, Frankfurt/Oder) statt.

Dienstags, 14.15 – 15.45 Uhr (Postgebäude, Raum 265) und 16.15 – 17.45 Uhr (Stephanssaal)