„Meinen Landsleuten erzählen, was sie nicht wissen...“

– Johannes Bobrowski (1917-1965) und das östliche Europa in Lesungen und Gesprächen rund um den Roman „Levins Mühle“ mit Ursula Karusseit und Christian Grashof

Vortragsabend

„Am Unterlauf der Weichsel, an einem ihrer kleinen Nebenflüsse, gab es in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ein überwiegend von Deutschen bewohntes Dorf.“ So heißt es am Beginn des Romans „Levins Mühle“ (1964) von Johannes Bobrowski. Dem Dichter und Schriftsteller war das Verhältnis der Deutschen zum europäischen Osten, die Erinnerung der eigenen ostpreußisch-memelländischen Heimat, wo Polen, Russen, Letten, Litauer, Kuren, Pruzzen, Juden und Deutsche miteinander lebten, in einer „lange(n) Geschichte aus Unglück und Verschuldung“ (Bobrowski), bestimmendes Thema seines literarischen Schaffens.

In diesem Jahr wäre Johannes Bobrowski 100 Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass erinnern die Axel Springer-Stiftungsprofessur für deutsch-jüdische Literatur- und Kulturgeschichte, Exil und Migration an der Europa-Universität Viadrina und das Kleist-Museum in Frankfurt (Oder) mit einer gemeinsamen Veranstaltung an den Schriftsteller, sein Werk und seine Wirkung: Die Schauspieler Ursula Karusseit und Christian Grashof lesen unter anderem Passagen aus seinem ersten Roman „Levins Mühle“. In der DEFA-Verfilmung des Romans von 1980 durch Horst Seemann spielte Ursula Karusseit die Gastwirtin Frau Rosinke und Christian Grashof den jüdischen Mühlenbesitzer Levin. Texte, Ton- und Filmausschnitte zeigen ein facettenreiches Bild von Johannes Bobrowski und seinem Schaffen.

Eintritt: 6 / 4 €