Ringvorlesung

Diasporische Blicke.

Jüdische Fotografen zwischen Emigration und Assimilation

Hanno Loewy

Sosehr die Diskussion über Juden und Kunst immer wieder von Debatten über das „Bilderverbot“ geprägt wurden: Jüdische Fotografen spielten in der neuen Kultur der visuellen Massenmedien eine avantgardistische und auch in Zahlen überragende Rolle. Das galt nicht zuletzt für die Fotografie, die zum Beginn des 20. Jahrhunderts zum populärsten Medium überhaupt wurde. Dafür gaben unterschiedliche Faktoren den Ausschlag: soziale und geografische Mobilität, aber auch die spezifischen Wahrnehmungsweisen einer diasporisch geprägten Existenz. Gab es aber so etwas wie eine “jüdische Ästhetik” der Fotografie?

Dr. Hanno Loewy ist Literatur- und Filmwissenschaftler, Publizist und Ausstellungskurator. Seit 2004 leitet er das JÜdische Museum Hohenems.