2. Hermeneutisches Colloquium. Jüdisches Denken im Abendland

Prof. Dr. Anne Eusterschulte
Prof. Dr. Dr. h.c. Eveline Goodman-Thau
Hermann-Cohen-Akademie für Religion, Wissenschaft und Kunst
Die Entstehung der westlichen Moderne aus Aufklärungs- und Zivilisationsprozessen ist einer der zentralen Diskussionspunkte im gegenwärtigen Dialog zwischen den Kulturen. Dabei erweist es sich als wünschenswert, sich zu vergegenwärtigen, wie dieser Prozess der Säkularisierung im Hinblick auf die Traditionen, die Europa geprägt haben – Judentum, Christentum, Islam und griechisch-römische Antike –, verlief.
In dieser Hinsicht stellt das Judentum ein einzigartiges Phänomen in der europäischen Geistesgeschichte dar: Trotz der vielen Brüche und Verschmelzungen ist ein Kontinuum zu beobachten, wobei das Judentum stets eine Vermittlerrolle zwischen den Kulturen einnahm. Im Vordergrund steht dabei die Bedeutung und Transformation der Phänomene „Tradition“ und „Kanon“, die sich einem Leitfaden gleich durch sämtliche Epochen der Geschichte verfolgen lassen.
Aus dieser Perspektive ist es wichtig, die Frage nach der Verbindung von „Judentum und Moderne“ aus hermeneutischer und kulturphilosophischer Sicht zu stellen, wobei beide, Judentum und Moderne, sowohl Programm als auch Paradigma sind, um die Einbettung des jüdischen Denkens im Abendland nachzugehen.
Im Hermeneutischen Colloquium, Jüdisches Denken im Abendland, soll anhand von Lektüren traditioneller Texte den oben beschriebenen Fragestellungen nachgegangen werden.

 

A n m e l d u n g : Martin Schmiederer: mas@hermann-cohen-akademie.de