Workshop

Konservative Revolution und Judentum

Organisation: Micha Brumlik und Irmela von der Lühe

Nicht nur über ‚Deutschtum und Judentum’ wurde seit der Jahrhundertwende und in der Zwischenkriegszeit heftig diskutiert; auch in den aggressiv und elitär modernekritischen Debatten, die seit Armin Mohlers Buch (1950) unter dem Begriff „Konservative Revolution“ firmieren, spielen Juden und Judentum eine nicht unerhebliche Rolle; sei es dass jüdische Autoren (wie Hans Joachim Schoeps, Ernst Kantorowicz u.a.) sich positiv zu Preußentum und Nationalismus, zu Volkstum und bündischer Jugendbewegung äußern; sei es, dass Ernst Jünger in seinem berühmten Essay „Über Nationalismus und Judenfrage“ (1930) im ausdrücklichen Verweis auf den politischen Zionismus einen spezifisch jüdischen Beitrag zum modernen Nationalismus lobt. Gegen den „Zivilisationsjuden“, der sich noch immer an den „Liberalismus“ klammere, prognostiziert Ernst Jünger „die Beteiligung des Juden am Versuch einer legitimistischen Restauration“,zugleich aber ein Anwachsen des „deutsche(n) Wille(ns)“. Dieser werde zweifellos und ultimativ den „Wahn“ der Juden zerstören, sie könnten in „Deutschland Deutsche(r)sein“, und sie vor eine „letzte(n) Alternative“ stellen: „ in Deutschland Jude zu sein oder nicht zu sein“.

Der Workshop wird repräsentative Einzeltexte aus dem genannten Themenkomplex einer gründlichen Lektüre und intensiven Diskussion unterziehen. Er steht allen Interessierten offen. Nach verbindlicher Anmeldung werden die Texte als pdf zur Verfügung gestellt.

Bitte melden Sie sich bis zum 18.01.2018 unter info@selma-stern-zentrum.de an.

Zeit:  Montag/Dienstag 22.+23. Januar 2018, jeweils 10-17 Uhr