Über/In Freundschaft schreiben:

Gelebte und literarisch inszenierte Freundschaften in der deutschsprachigen Literaturgeschichte“

Freundschaft ist nicht nur eine bis heute omnipräsente soziale Bindungsform, sie firmiert auch seit je als „Steckenpferd der Romanschreiber“, wie Kant einmal schreibt. Die Konferenz In/Über Freundschaft schreiben, die vom 14. bis 16. Februar 2018 an der Axel Springer-Stiftungsprofessur für deutsch-jüdische Literatur und Kulturgeschichte, Exil und Migration in Frankfurt (Oder) stattfinden wird, nimmt daher den Erfahrungsraum von Freundschaften und seinen Stellenwert für Schriftstellerinnen und Schriftstellern seit dem frühen 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart in den Blick. Gefragt wird nach dem spezifischen Zusammenspiel von gelebter Freundschaft und deren Wirksamkeit im literarischen Schreiben selbst. Freundschaft wird so als ein besonderer Denk- und Erkenntnisraum verstanden, in dem sich literarische Produktion abspielt. Neben dem Blick auf die drei historischen Schwerpunktphasen um 1800, um 1900 und um 2000 bilden hierbei die Freundschaften von und mit Frauen (wie Rahel Levin Varnhagen, Esther Gad, Lou Andreas-Salomé oder Christa Wolf) sowie die Auseinandersetzung mit Freundschaft in Zeiten gesellschaftlicher Not besondere Schwerpunkte. Thematisch konstituiert darüber hinaus das Verhältnis von Freundschaft, Geschlecht, Liebe und Sexualität einen zentralen Diskussionsgegenstand. Die Tagung arbeitet so ein Schlüsselthema mit zahlreichen weiteren Anschlusspunkten heraus, das bis heute von ungebrochener Aktualität ist.

Organisation:   Andree Michaelis-König (Frankfurt an der Oder) und Erik Schilling (München)