Buchvorstellung

Als Italienierin in Ravensbrück

Com.It.Es Berlin, das Italienische Kulturinstitut Berlin und Gegen Vergessen – für Demokratie e.V. präsentieren in Zusammenarbeit mit der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück die deutsche Übertragung des Buches

Lidia Beccaria Rolfi, Anna Maria Bruzzone, Als Italienerin in Ravensbrück. Politische Gefangene berichten über ihre Deportation und ihre Haft im Frauen-Konzentrationslager, Metropol-Verlag 2016

Grußworte: Prof. Luigi Reitani, Leiter des Italienischen Kulturinstituts Berlin; RA’in Simonetta Donà, Präsidentin des Com.It.Es Berlin; Dr. Insa Eschebach, Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

Auf dem Podium sitzen die Herausgeberin Dipl.-Soz. Johanna Kootz und die Übersetzerin Martina Kempter. Die Moderation übernimmt die Historikerin Dr. Silvia Cresti

Die Veranstaltung findet in deutscher Sprache statt

Nach Jahren des Schweigens reagierten Lidia Beccaria Rolfi sowie vier weitere Überlebende mit der Veröffentlichung ihrer Erinnerungen auf zutiefst demütigende Darstellungen von Haftbedingungen von Frauen im KZ. Sie hatten dem Widerstand gegen das faschistische Regime und die deutsche Besatzungsmacht in Italien angehört. Nach ihrer Verhaftung 1944 wurden sie, ebenso wie über 1000 weitere Italienerinnen, nach Ravensbrück deportiert. Unterstützt von der Historikerin Anna Maria Bruzzone schildern sie die letzte Phase des Lagers aus der Perspektive von isolierten und diskriminierten Häftlingen, die sich selbst zum Subproletariat der „Häftlingsgesellschaft“ zählten. Lidia Beccaria Rolfi verbindet ihr autobiografisches Zeugnis mit einer historisch-soziologischen Analyse des Lagers. Sie wurde in Italien zur Chronistin Ravensbrücks. Die Zeitzeugenberichte vermitteln die Vielfalt der Herkunftsmilieus, der Haftgründe und der Deportationswege italienischer Gefangener.

Die italienische Originalausgabe erschien 1978 und zuletzt 2003 unter dem Titel: Le donne di Ravensbrück bei Giulio Einaudi Editore.