Tagung

Deutsche Gewerkschaften und Israel

Die personellen Verbindungen zwischen der jüdischen und der deutschen Arbeiterbewegung reichen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zurück. Bereits vor der Staatsgründung Israels wurde die Histadrut als Dachverband der israelischen Gewerkschaften ebenfalls durch David Ben-Gurion gegründet und ist stark mit dem Staat verwoben. Nach dem Holocaust wurden die Beziehungen zwischen deutschen und israelischen Gewerkschaften früh wiederbelebt und bildeten die Basis zum Aufbau diplomatischer Beziehungen zwischen Westdeutschland und dem neu gegründeten Staat Israel. Dieser neue Staat wurde von seinen arabischen Nachbarn abgelehnt und bekämpft, bis heute ist der Nahostkonflikt nicht gelöst. Vor diesem historischen Hintergrund sahen die deutschen Gewerkschaften eine ganz besondere Verpflichtung zur Solidarität gegenüber Israel.

Diese Solidarität scheint heute in Teilen der Gewerkschaftsbewegung brüchig zu werden. Dennoch und gerade deshalb pflegen der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Hans-Böckler-Stiftung den Kontakt zur Histadrut und unterstützen den Dialog zwischen ihr und dem Allgemeinen Palästinensischen Gewerkschaftsbund (PGFTU).

Gemeinsam mit israelischen und palästinensischen Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern sowie Vertretern aus Politik, NGOs und aus der Wissenschaft diskutieren wir, welche Probleme 70 Jahre nach der Staatsgründung Israels auf der gewerkschaftlichen Agenda stehen und welche Differenzen und Anknüpfungspunkte es gibt.