Vortrag

"Zusammengehen ohne Zusammenkommen". Die Zeitschrift Die Kreatur als Netzwerk und Diskursmedium

Prof. Dr. Daniel Weidner
Institut für Kulturwissenschaft

Von 1926 bis 1930 geben Martin Buber, Victor von Weizsäcker und Joseph Wittig gemeinsam die Zeitschrift Die Kreatur heraus, die in vieler Hinsicht typisch für den komplexen für das ‚neue Denken‘ des Dialogischen und die komplexen und idiosynkratischen Diskurse der Weimarer Zeit ist. Programmatisch setzte Die Kreatur auf einen Austausch zwischen den drei Konfessionen der Herausgeber – Judentum Protestantismus und Katholizismus – ebenso wie von religiösem und säkularem Denken. Dabei erweist sich insbesondere das Format der Zeitschrift als zentral, stellt aber auch vor methodische Herausforderungen, die im Zentrum des Vortrags stehen: Wie können heterogene Texte verschiedener – bekannter und unbekannter – Autoren nebeneinander gelesen werden? Auf welche Weise lässt sich das Zusammenspiel verschiedener Akteure – Autoren, Herausgeber, Verleger etc. – modellieren? Wie geht man mit dem explorativen, unfertigen und auf Fortsetzung angelegten Charakter von Zeitschriftenbeiträgen um?