Frühzionismus und das Verhältnis zu Israel

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wie auch im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts nahm sich die Zionistische Bewegung in Deutschland vergleichsweise klein aus. Dennoch unterstützten prominente Persönlichkeiten das jüdische Gemeinwesen in Palästina (Jischuw) und das Projekt eines jüdischen Nationalstaates nachdrücklich. Einige deutsche Juden – etwa Max Bodenheimer oder David Wolffsohn – besaßen eine Schlüsselrolle beim Aufbau der Zionistischen Weltorganisation, andere – wie Martin Buber und Arthur Ruppin – hatten intellektuellen Einfluss auf die Bewegung. Mehr als 50.000 deutsche Juden, die in den 1930er Jahren nach Palästina emigrierten, prägten den jungen jüdischen Staat und seine Gesellschaft in vielerlei Hinsicht (Architektur, Verwaltung, Justiz, Wissenschaft, Wirtschaft, Kunst). Dieser Einfluss ist ebenso ungenügend erforscht wie zahlreiche Emigranten-Biographien. Auch in der deutsch-israelischen Beziehungsgeschichte (einschließlich jener im „Kalten Krieg“) gibt es zahlreiche „weiße Flecken“. Noch fast gänzlich unerforscht sind gegenseitige Wanderungsbewegungen zwischen der Bundesrepublik und Israel während der letzten Jahrzehnte (z.B. Auswanderung von religiösen/zionistischen deutschen Juden/Konvertiten nach Israel, die wachsende israelische Community in Berlin u.a.m.)

Mögliche Forschungsfelder:

    1. Deutsch-jüdische Emigration nach Palästina vor 1933
    2. Die Rolle von deutsch-jüdischen Emigranten beim Aufbau des Staates Israel
    3. Die Emigration von Wissenschaft, Literatur und Kunst nach Palästina nach 1933
    4. Das Verhältnis der beiden deutschen Staaten zu Israel nach 1948
    5. Israelis in Berlin seit 1989