Prof. Dr. Kerstin Schoor

Axel Springer-Stiftungslehrstuhl für deutsch-jüdische Literatur- und Kulturgeschichte, Exil und Migration, Kulturwissenschaftliche Fakultät der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
Zentrum Jüdische Studien Berlin-Brandenburg
Prof. Dr. Kerstin Schoor

Prof. Dr. Kerstin Schoor, geb. 1963, ist Germanistin und habilitierte Literaturwissenschaftlerin.

Ihre zentralen Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der deutsch-jüdischen Literatur im deutschsprachigen, europäischen und außereuropäischen Raum vom ausgehenden 18. bis zum 21. Jahrhundert, der deutschsprachigen Exilliteratur nach 1933, in Untersuchungen zum Zusammenhang von Literatur und Medien sowie der Theorie und Geschichte moderner Lyrik des 19.-21. Jahrhunderts. Sie studierte in Berlin und wurde 1989 an der Humboldt-Universität zu Berlin und mit einer Dissertation über „Verlagsarbeit im Exil. Untersuchungen zur Geschichte der deutschen Abteilung des Amsterdamer Allert de Lange Verlages 1933–1940“ (Rodopi 1992) promoviert. Bis 1991 war sie als wissenschaftliche Assistentin am Zentralinstitut für Literaturgeschichte der Akademie der Wissenschaften der DDR tätig. Von 1992 bis 2006 lehrte sie als Literaturwissenschaftlerin mit einer Ausrichtung auf Prozesse kultureller und literarischer Ent­wicklungen vom 18.-21. Jahrhundert am Fachbereich für Philoso­phie und Gei­stes­wis­senschaften der Freien Universität Ber­­lin. Nach einem zweijährigen For­­schungs­stipendium der DFG habilitierte sie 2009 am Fachbereich für Philosophie und Gei­stes­wissen­schaften der Freien Universität Berlin mit einer Schrift „Vom lite­ra­ri­schen Zentrum zum literarischen Ghetto. Deutsch-jüdische litera­rische Kultur in Berlin zwischen 1933 und 1945“ (Wallstein 2010). Die Arbeit stellt den seit Jahrzehn­ten betriebenen For­schungen zur Literatur des anti­fa­schi­sti­schen Exils, zur Literatur der so­ge­nannten „Inneren Emi­gration“ und der NS-Literatur erstmals eine Betrach­tung der litera­ri­schen Kultur von Auto­rinnen und Autoren jüdi­scher Herkunft, ihrer kultu­rellen und lite­ra­ri­schen Aktivitäten im national­sozia­listi­schen Deutschland zwischen 1933 und 1945 verglei­chend zur Sei­te.

Im April 2012 erhielt Kerstin Schoor den Ruf an die Kulturwissenschaftliche Fakultät der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder). Sie ist Inhaberin der Axel Springer-Stiftungsprofessur für deutsch-jüdische Literatur- und Kulturgeschichte, Exil und Migration und war bis 2015 Leiterin des überfakultären Forschungsinstituts Viadrina Center B/ORDERS IN MOTION.

Funktionen

Kerstin Schoor vertritt seit Mai 2014 die Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) im Direktorium des Zentrums Jüdische Studien Berlin-Brandenburg. Seit März 2014 amtiert sie als stellvertretende Vorsitzende der Internationalen Gesellschaft für Exilforschung. Sie ist Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Herbert und Elsbeth Weichmann-Stiftung.